Alles, was Sie über die Alterssichtigkeit wissen sollten
6 Oktober, 2021 durch

Die Jahre bringen Weisheit, aber auch Altersbeschwerden wie die Alterssichtigkeit. Der Fachbegriff dafür ist Presbyopie und stammt aus dem Griechischen. Übersetzt lautet diese kleine Schwäche: „altes Auge“. Sollten Sie Mitte 40 sein, sind Ihnen die ersten Symptome der Alterssichtigkeit sehr wahrscheinlich nicht fremd. Plötzlich ist das Lesen von Speisekarten bei schlechter Beleuchtung mühsam, Kleingedrucktes sieht man nur, wenn man den Text mit weit von sich gestreckten Armen liest. Einige kämpfen sogar mit Kopfschmerzen und dem Gefühl müder Augen.   

Die Lesebrille ist eine einfache Lösung für Schwierigkeiten mit der Alterssichtigkeit, jedoch können sich viele sehr schwer damit abfinden. Was eigentlich nicht überrascht, denn im Falle einer schon vorhandenen Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder eines Astigmatismus, benötigt man von heute auf morgen eine zusätzliche Brille. Das ständige Wechseln und Suchen der richtigen Brille wird somit sehr schnell zur Qual. In dieser Hinsicht ist eine Brille mit progressiven Gläsern die bessere Lösung. Das Problem dieser jedoch ist, dass man sich zuerst daran gewöhnen muss, da sie das Bild verzerren. Sie sind auch teuer und müssen mit der fortschreitenden Alterssichtigkeit dementsprechend gewechselt werden. Für ein besseres Sehvermögen bei der Alterssichtigkeit gibt es im Vergleich zur Brille bessere Lösungen. Um diese zu verstehen, sollten Sie zuerst mehr über die wichtigsten Tatsachen der Alterssichtigkeit in Erfahrung bringen.  

Die Alterssichtigkeit ist eine normale Alterserscheinung. Die Ursache liegt in der nachlassenden Flexibilität der Augenlinse.  Sie wird starrer und kann sich nicht mehr so stark wölben wie früher. Somit ändert sich die Brechkraft der Linse und es kommt zum unscharfen Sehen im Nahbereich. In jungen Jahren ist die Augenlinse weich und anpassungsfähig, was beim Sehen in der Nähe und in die Ferne ein schnelles Ändern des Brennpunktes ermöglicht. Unabhängig der Entfernung des betrachtenden Objekts ist die Sehschärfe optimal. In diesem Lebenszeitraum sind die Hauptursachen für eine schlechte Sehschärfe Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus. Die Ursachen dieser Fehlsichtigkeiten sind unregelmäßige Längen des Augenapfels beziehungsweise Unregelmäßigkeiten in der Wölbung der Hornhaut, also des vorderen durchsichtigen Teil vom Auge, durch den das Licht einfällt.   

Wenn die Elastizität der Augenlinse mit den Jahren abnimmt, bemerken wir dies in der geringeren Sehschärfe unserer Nahsicht. Zuerst macht sich diese nur bei schlechter Beleuchtung oder beim Lesen von Kleingedrucktem bemerkbar. Mit dem Altern schreitet dieser Prozess voran und fürs Lesen benötigen wir eine Brille. Da der Alterungsprozess der Linse voranschreitet, muss auch die Brille ausgetauscht werden, denn die Dioptrie + wird somit auch höher. In der Regel benötigt man ab Mitte 40 eine Lesebrille mit einer Dioptrie von +1, mit 50 Jahren eine Dioptrie mit +2 und mit 60 eine Dioptrie mit +3. Der Rückgang der Elastizität ist nicht die einzige Veränderung in der Augenlinse. Diese wird mit der Zeit auch weniger durchsichtig und demzufolge schlechter lichtdurchlässig. Das verursacht ein unangenehmes Gefühl der Blendung bei normalem Licht und ein gemindertes Kontrastsehen. Sollten diese Veränderungen so voranschreiten, dass es zur Minderung der Sehschärfe kommt, sprechen wir vom Grauen Star. Dieser befällt bis zum 80. Lebensjahr 60 % der Bevölkerung.   

So wie die Ursachen für eine Sehschwäche bei einer normalen Fehlsichtigkeit andere sind wie bei der Alterssichtigkeit, gilt dies auch für die möglichen Lösungen dafür. Die übliche Laserkorrektur der Fehlsichtigkeit, wie zum Beispiel LASIK, kann Schwierigkeiten der Alterssichtigkeit nicht beheben. Obwohl die am häufigsten angewandte Lösung zur Verbesserung der Nah- und Fernsicht eine Operation mit Multifokallinse ist, können wir die Nahsicht einiger Patienten auch mit einer Laseroperation verbessern.   

Die Laseroperation der Alterssichtigkeit unterscheidet sich von der üblichen Laseroperation der Fehlsichtigkeit nach dem Muster der Umformung der Hornhaut. Mit dem Lasereingriff Supracor oder Presbyond formen wir die Hornhaut des Auges so um, dass wir in der optischen Zone einen Bereich erzeugen, der das Licht für die Nahsicht bricht, und einen Bereich, der das Licht für die Fernsicht bricht. Wir könnten sagen, dass wir so auf der Hornhaut eine Multifokallinse bilden. Diese Art der Laserbehandlung führen wir immer einseitig vor, am anderen Auge verbessern wir die Sehschärfe nur für die Fernsicht.   

Die etwas bekanntere Lösung zur Verbesserung der Sehschärfe bei Alterssichtigkeit ist die Korrektur der Fehlsichtigkeit mit Linse. Dabei wir die durch den Alterungsprozess veränderte Linse durch eine künstliche ersetzt. Die Optik der dabei verwendenden Multifokallinse ist so gefertigt, dass sie eine gute Sehschärfe für die Ferne, für mittlere Entfernungen und die Nähe gewährleistet.   

Eine Lesebrille ist demzufolge weder die einzige noch die praktischste Lösung der Probleme mit der Alterssichtigkeit. Moderne Linsen und die Lasertechnologie bieten Ihnen die beste Möglichkeit dafür, dass Sie sich auch nach Ihrem 50. Lebensjahr mit einer schlechten Nahsicht nicht werden abfinden müssen.