Wenn ich mit Patienten über eine Operation erschlaffter Augenlider spreche, stelle ich schnell fest, dass es an Informationen nicht mangelt wohl aber an Klarheit. Manche kommen mit unrealistischen Erwartungen. Andere sorgen sich um Dinge, die in der Praxis sehr selten vorkommen. Und wieder andere erkennen erst im Beratungsgespräch, dass das Problem, das sie stört, vielleicht gar nicht dort liegt, wo sie es vermutet haben.
Deshalb ist es mir wichtig, dass das Gespräch über eine Blepharoplastik einfach, verständlich und praxisnah ist. Im Folgenden habe ich fünf Fakten zusammengefasst, die ich meinen Patienten oft gleich zu Beginn erkläre. Sie helfen, den Eingriff besser zu verstehen und die Entscheidung zu erleichtern.
1. Die Lidoperation gehört zu den häufigsten Eingriffen
Viele sind überrascht, wie häufig eine Operation erschlaffter Augenlider durchgeführt wird. Laut internationalen Statistiken zählt die Blepharoplastik seit Jahren zu den am häufigsten vorgenommenen ästhetisch-chirurgischen Eingriffen weltweit zuletzt sogar an der Spitze der Rangliste.
Besonders interessant ist, dass sie zu den wenigen ästhetischen Eingriffen gehört, die auch bei Männern sehr verbreitet sind. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Eingriff für jeden geeignet ist. Es zeigt jedoch, dass es sich um ein gut etabliertes und bewährtes Verfahren handelt, das täglich durchgeführt wird. Wir wissen daher sehr genau, wem es nützt, welche realistischen Ergebnisse zu erwarten sind und wo die Grenzen liegen. Die Blepharoplastik ist kein Trend, sondern ein standardisierter Eingriff mit klaren medizinischen und funktionellen Kriterien.
2. Manchmal sind abgesunkene Augenbrauen das eigentliche Problem
Viele glauben, überschüssige Haut am Oberlid sei immer die einzige Ursache für einen müden Blick. In der Praxis sehe ich jedoch häufig, dass auch abgesunkene Augenbrauen wesentlich dazu beitragen. Dabei handelt es sich nicht um eine Veränderung am Lid selbst, sondern um ein allmähliches Absinken des Gewebes oberhalb des Auges. Dieses übt Druck auf das Oberlid aus und erzeugt so den Eindruck von Schlupflidern.
Das ist für die Planung des Eingriffs und für die Erwartungen entscheidend. Eine Blepharoplastik hebt die Augenbrauen nämlich nicht an. Daher ist die korrekte Diagnose oft wichtiger als der Eingriff selbst. Zuerst müssen wir wissen, was wir tatsächlich korrigieren.
3. Eine Blepharoplastik entfernt keine Krähenfüße und keine dunklen Augenringe
Dieser Punkt sollte vor dem Eingriff klar sein. Die Lidoperation korrigiert erschlaffte Lider aber nicht alle Veränderungen rund um die Augen.
Sie entfernt keine Fältchen an den Augenwinkeln und beseitigt keine dunklen Augenringe. Falten hängen vor allem mit Mimik und Hautqualität zusammen, dunkle Schatten mit der Anatomie der Unterlider und der Hautpigmentierung. Es handelt sich um unterschiedliche Probleme, die unterschiedliche Behandlungsansätze erfordern.
Manchmal ist eine Kombination verschiedener Verfahren sinnvoll. Manchmal besteht die beste Lösung jedoch darin, genau zu verstehen, was der Eingriff leisten kann und was nicht.
4. Nicht nur das Lid, sondern auch die Augenoberfläche ist wichtig
Bei einer Lidkorrektur interessiert mich mehr als nur die Menge überschüssiger Haut. Ich beurteile stets auch den Zustand der Augenoberfläche. Eine Blepharoplastik kann die Befeuchtung des Auges beeinflussen insbesondere bei Menschen, die bereits unter trockenen Augen leiden.
In solchen Fällen empfehle ich häufig eine vorbereitende Behandlung, etwa mit OptiLight oder LipiFlow, sowie eine konsequente Lidrandhygiene und Massage. Nach dem Eingriff können vorübergehende Veränderungen der Tränenproduktion auftreten, die bei manchen auch länger anhalten. Deshalb ist die Beurteilung der Augenoberfläche ein wichtiger Bestandteil jeder Beratung nicht als Formalität, sondern als wesentlicher Faktor für Sicherheit und Komfort nach der Operation.
5. Das Ergebnis ist langanhaltend, aber nicht bei allen gleich
Patienten fragen mich oft, ob das Ergebnis dauerhaft ist. Die Antwort ist nicht ganz eindeutig. Laut Daten der Cleveland Clinic hält das Ergebnis einer Oberlidoperation in der Regel fünf bis sieben Jahre bei manchen deutlich länger. Bei Unterlidoperationen ist der Effekt oft sehr langanhaltend und Wiederholungen sind selten notwendig.
Das ist eine gute Nachricht. Gleichzeitig ist wichtig zu verstehen, dass sich das Gesicht mit der Zeit weiter verändert. Die Haut altert, das Gewebe verschiebt sich langsam. Eine Operation kann den Ausgangspunkt verbessern, aber sie kann die Zeit nicht anhalten.
Am zufriedensten sind jene Patienten, die das verstehen die wissen, dass der Eingriff ihre Identität nicht verändert, sondern dazu beiträgt, dass ihr Gesicht wieder erholter und offener wirkt.
Deshalb schließe ich gerne so: Eine Blepharoplastik ist keine Magie und kein Filter. Sie ist ein präziser chirurgischer Eingriff mit klaren Möglichkeiten und klaren Grenzen. Wenn die Erwartungen realistisch sind und der Plan individuell auf Ihre Augen abgestimmt ist, kann sie sehr diskret und gleichzeitig sehr wirkungsvoll sein.
